Jane´s Walk Lübeck.

Wir möchten Sie und Euch auf einen Stadtspaziergang - den ersten Lübecker Jane’s Walk - einladen!


Jane’s Walks sind von und mit Stadtbewohnern gestaltete Spaziergänge, die Geschichten über Nachbarschaften sichtbar machen und Einblicke in das Leben der Bewohner ermöglichen.

 

Die diesjährigen Spaziergänge führen uns durch die Lübecker Altstadt , St. Lorenz Nord, zum Stadtpark in St. Gertrud sowie nach St. Jürgen in das Quartier östlich der Altstadt.

 

» Hier geht´s direkt zum Spaziergang durch die Lübecker Altstadt

» Hier geht´s direkt zum Spaziergang durch St. Lorenz Nord

» Hier geht´s direkt zum Spaziergang im Quartier am Stadtpark

» Hier geht´s direkt zum Spaziergang durch St. Jürgen


Was ist der Jane´s Walk?

Die Jane’s Walks sind von und mit Stadtbewohnern gestaltete Spaziergänge, die unterschiedliche Menschen zusammenbringen, Geschichten über Nachbarschaften sichtbar machen und eine offene Diskussion über Stadt, Gesellschaft und Gemeinschaft fördern. Inspiriert durch und benannt nach der Stadtkritikerin Jane Jacobs wurde die Bewegung zum lebendigen und spazierenden Andenken an diese im Jahr 2006 in Toronto ins Leben gerufen. Mittlerweile nehmen zehntausende Menschen in über 250 Städten, in 36 Ländern und auf 6 Kontinenten an den Veranstaltungen des Jane‘s Walk-Festivals am ersten Maiwochenende teil.


Bedauerlicherweise ist im Corona-Jahr 2020 ein gemeinsamer Spaziergang mit vielen Teilnehmern, und in bester Forums-Tradition, nicht möglich. Doch: Spazierengehen liegt im Trend und das ArchitekturForumLübeck möchte allen Interessierten die Möglichkeit bieten, einen eigenen Spaziergang zu unterschiedlichen Orten in Lübeck zu unternehmen und dabei die Erlebnisse sowie Geschichten der jeweiligen Bewohner zu erfahren. Hierzu kann der Flyer ausgedruckt oder digital mitgenommen werden. Der Route folgend, können die niedergeschriebenen Beobachtungen und Gedanken der Bewohner vor Ort gelesen werden.


Die Ziele der Jane’s Walks Lübeck sind:
• Lübecker Stadtteile und Quartiere durch die Brille der jeweiligen Bewohner zu betrachten
• Individuelle Geschichten über das Wohnumfeld zu erfahren
• Die alltäglichen Routinen, die in einer Nachbarschaft stattfinden, kennenzulernen
• Durch räumliche Distanz bestehende Barrieren abzubauen.
• Und: Dialoge einzuleiten, die unerwartete Stimmen sowie
unterschiedliche Perspektiven hervorbringen und die in der Zeit nach Corona aufgegriffen werden können!


Jacobs selbst glaubte fest daran, dass die Bewohner selbst einen Beitrag zur Entwicklung ihrer Nachbarschaft leisten sollten: „Niemand kann herausfinden, was für unsere Städte funktioniert, wenn er [...] maßstabsgetreue Modelle manipuliert oder Traumstädte erfindet. Man muss raus und laufen.“
(Downtown is for People, 1957)

 

Der erste Spaziergang führt durch die Lübecker Altstadt, in loser Folge werden in den kommenden Wochen weitere Spaziergangsrouten u.a. durch St. Lorenz, St. Jürgen und St. Gertrud hinzukommen.

 


Über Jane Jacobs

Jane Jacobs (1916-2006) war eine in Amerika geborene Schriftstellerin, Stadt- und Architekturkritikerin sowie Aktivistin. 1961 veröffentlichte sie das Buch `The Death and Life of Great American Cities`, in dem sie die Ideen des modernistischen Städtebaus kritisiert und eine neue Vision von vielfältigen, feinkörnigen Städten, die für und von Menschen gestaltet werden, beschreibt.
Ihr bis heute währender Einfluss auf die Stadtplanung ist wenig umstritten: In einer Umfrage der Internetplattform ‚Planetizen‘ (2017) wurde Jacobs vor Jan Gehl (Platz 4), Le Corbusier (Platz 9) oder Rem Koolhaas (Platz 56) zu der bedeutendsten Urbanistin gewählt. In Nordamerika gilt sie als Ikone und trägt Namen wie ‚Galileo of Mix-Use’ oder ‚Queen Jane‘.


In ihrem Buch `The Death and Life of Great American Cities` richtet sich Jacobs vielmehr an generell interessierte Bürger als an Spezialisten. Ihr geht es weniger um die Stadt mit ihrer physischen Struktur als um das Leben, das innerhalb dieser Strukturen stattfindet. Ihr geht es um das Stadtleben, um zwischenmenschliche Beziehungen und informelle Netzwerke. Jacobs´ Thesen für eine lebendige und sichere Nachbarschaft erwachsen dabei aus den täglichen Beobachtungen und ihren eigenen Primärerfahrungen vor Ort in Greenwich Village, New York. Dem Leitsatz trust your eyes and your instincts folgend, ergründet und erklärt Jacobs Phänomene der alltäglichen Routinen einzelner Quartiere und formuliert allgemeingültige Thesen für die Stadtentwicklung.
1968 zieht Jacobs von New York nach Toronto und veröffentlicht sechs weitere Bücher über Städte, Wirtschaft, Ethik, Regierungsführung und Kultur, zwei davon sind kanadische Bestseller. Jacobs war nur selten Teil des akademischen und fachlichen Austausches, dennoch ist ihr Einfluss auch in Europa groß.

“Cities have the capability of providing something for everybody, only because, and only when, they are created by everybody.” (The Death and Life of Great American Cities, 1961)